Der Kampf um die Rückertstraße 2 ist beendet!

Mehr als anderthalb Jahre führten die Bewohner*innen der Osterstr. 48/Rückertstr. 2 einen zermürbenden Kampf um ihr Zuhause. Der Vorrang eines gesundheitswahrenden Selbstschutzes zwang sie letztendlich Ausschau nach einem ruhigeren Wohnen zu halten. Seit Mitte August ist auch die letzte Wohngemeinschaft aus dem ersten Stock des Hauses ausgezogen.

Mehrfach wurden involvierte Akteur*innen der Stadt angesprochen, auf die Geschehnisse im und am Haus aufmerksam gemacht und um Informationen sowie Unterstützung gebeten. Das Ergebnis war oftmals Enttäuschung über das anscheinende Desinteresse der Verantwortlichen der Stadt Bremen. Spürbare Versuche, den Entmietungsstrategien seitens zweier wechselnder Vermieter entgegen zu wirken, waren nicht zu verzeichnen. Vielmehr schien die Umnutzung des Gebäudes zur privaten Herberge für die zeitweise und teure Unterbringung von Obdachlosen durch die Verantwortlichen der Stadt gewollt zu sein. Der erzwungene Auszug aller Mietparteien wurde dafür hingenommen und sogar durch Nicht-Kommunikation befördert.

Nach wie fordern die ehemaligen Bewohner*innen die Stadt (explizit die Zentrale Fachstelle Wohnen und das Sozialressort) zur Stellungnahme auf sowie zur Einhaltung ihres Versprechens die Wohnungen nicht zu nutzen, „sollten sie per Räumungsklage oder eine andere Form von Zwang frei gemacht worden sein“ (Antworten der Fragestunde der Bremischen Bürgerschaft am 19. Januar 2016, Stadtbürgerschaft Nr. 11, S. 14)! „Wann fängt Zwang an? Wir haben lange um unseren Wohnraum gekämpft. Freiwillig ausgezogen ist hier niemand“, so eine ehemalige Mieterin der Osterstr. 48/Rückertstr. 2. Nach wie vor fordern sie bezahlbaren und guten Wohnraum für alle! Die Entmietung der Osterstr. 48/Rückertstr. 2 bleibt als trauriges und mahnendes Beispiel, dass eine Abwendung vom Diktat der Privatwirtschaft in kommunalen Aufgaben notwendig ist.